Gute Ausbildung sichert die Wettbewerbsfähigkeit

(Quelle: Aichacher-Nachrichten vom 27.07.2009)

Aichach-Friedberg (ech) - Mit einem Festakt hat die Schulleitung der staatlichen Berufsschule Aichach 356 Schulabgänger aus Handwerk, Hauswirtschaft, Kinderpflege Wirtschaft und Verwaltung verabschiedet. Zehn der Abgänger erzielten einen Notenschnitt von 1,0 und fünf zwischen 1,14 bis 1,16. Für sie gab es den Staatspreis für besondere Leistungen. „Dies ist für mich der Beweis dafür, dass wir in Aichach, im Landkreis und der Region über ganz hervorragende Ausbildungsbetriebe und leistungsfähige und zukunftsorientierte Berufsschulen verfügen", sagte Bürgermeister Klaus Habermann.

Um der sommerlichen Schwüle zu entgehen, verlegte man die Feier von der Aula in den Schulhof. Eröffnet wurde der Festakt von der Lehrer-Band mit „Bad moon rising" von den Creedence Clearwater Revival. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Ausbildungsbetriebe. Bürgermeister Habermann legte den Absolventen ans Herz, dass nur engagierte, motivierte und gut ausgebildete junge Menschen ein dauerhafter Garant für künftige Wettbewerbsfähigkeit der Firmen seien.

Für Konrad Rebholz von der Kreishandwerkerschaft ist das Abschlusszeugnis der Lohn für eine mehrjährige Ausbildung, für mancherlei Mühe und Anstrengung sowie ein Dokument für eine erfolgreiche Prüfung. Sein Appell: „Verharren sie nicht auf dem Niveau ihrer Abschlussprüfung, sonder bilden sie sich weiter, in welcher Richtung auch immer!"

Stellvertretender Landrat Matthias Stegmeir sagte, dass von den Abgängern wohl sehr viel für ihre berufliche Laufbahn getan wurde. „Dass 40 Prozent der ehemaligen Schüler den mittleren Bildungsabschluss erreicht haben zeigt, dass die Schule ein hohes Leistungsniveau aufzeigt." Die katholische Religionslehrerin Iris Huber philosophierte über Schülerfotos und zog dabei Vergleiche, wie sich so manches Gesicht verändert habe seit Schuleintritt.

„Nun ist das Lernen vorbei", meinte Schülersprecherin Nadine Popfinger mit einem Blick auf die nahen Ferien. Trotzdem wolle niemand beim Lernen stehen bleiben. „Den richtigen Weg aber muss jeder selber finden", sagte sie.

Schulleiter Gerhard Kestner richtete seine Ansprache speziell auf Zahlen aus: 40 - 60 - 40. Die erste Zahl 40 steht dafür, dass die Beatles ein letztes Mal live als Band auftraten, die Amerikaner auf den Mond landeten und Woodstock, die Mutter aller Rockfestivals satt fand. Die Zahl 60 stehe für 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und mit der letzte Zahl 40 verband er die Frage: „Wie gestaltet ihr die nächsten 40 Jahre"?

Mit einem Experiment mit einem Glas und kleinen und großen Kugeln verdeutlichte er das Wichtige im Leben. „Achtet zuerst auf die großen Steine, die Dinge die wirklich wichtig sind. Setzt Prioritäten. Der Rest ist nur Sand", gab Gerhard Kestner mit auf den Lebensweg.

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Zum Schluss gab es für die 15 besten Schüler Preise und Urkunden aus der Hand von Schulleiter Gerhard Kestner und Studiendirektor Franz Lechner .

Der Sonderpreis der Stadtsparkasse geht an Ivelina Ivanova-Schaffelhofer, eine Schülerin der Kinderpflege. „Das Ganze hat zwei Gründe", meinte Schulleiter Gerhard Kestner. Erstens: Sie hat den mittleren Schulabschluss erreicht. Der zweite Grund ist, dass sie während der Prüfungszeit zwei Buben das Leben geschenkt hat. „Wir haben gemeinsam geplant, wie die Ausbildung neben der Schwangerschaft ablaufen kann. Teilweise wurden Schulaufgaben im Klinikum geschrieben", erzählte der Schulleiter. Natürlich waren die Zwillinge bei der Preisverteilung mit dabei.