Hilti-Praxisworkshop: Sicher verankert für die Gesellenprüfung
Die angehenden Metallbauer der Fachklasse MB 12 absolvierten eine intensive Schulung der Firma Hilti. Da die fachgerechte Befestigungstechnik ein Kernbaustein der Gesellenprüfung ist, verwandelte sich die Werkstatt nach einer Theorieeinheit zu Dübelarten und Grundwerkstoffen schnell in ein Testzentrum.
Fokus auf fachgerechte Montage und Arbeitsschutz:
Unter Anleitung der Hilti-Experten Christian Niedermair und Patrick Löhner stand die Qualität des Werkzeugs im Fokus: Ein professioneller Bohrer muss die PGM-Prüfmarke besitzen, um eine lehrenhaltige Bohrung für den Dübelsitz zu garantieren. Die Schüler trainierten die Bohrlochreinigung mit dem Hohlbohrer samt Absaugung, der staubfreies Arbeiten ermöglicht und von der Berufsgenossenschaft (BG) bezuschusst wird. Ein technologisches Highlight: Hilti bietet das einzige System mit Zulassung an, bei dem durch einen speziellen Kleber das mechanische Ausbürsten und Ausblasen des Bohrlochs entfällt, was Fehlerquellen minimiert und Zeit spart.
Persönliches Engagement für den Nachwuchs:
Besonders hervorzuheben ist, dass die beiden Hilti-Experten dieses Projekt komplett in ihrer Freizeit gehalten haben. Angetrieben von ihrer persönlichen Überzeugung, war es ihnen eine Herzensangelegenheit, ihr fundiertes Fachwissen und wertvolle Praxiserfahrung direkt an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig ihnen die Förderung des Nachwuchses und der direkte Austausch zwischen Industrie und Schule ist. HERZLICHEN DANK!
Intensivtraining: Chemische Befestigung (Injektionstechnik)
Ein großer Teil der Praxis widmete sich den chemischen Ankern, die im Metallbau bei schweren Lasten oder geringen Randabständen unverzichtbar sind. Die Auszubildenden lernten den kompletten Prozess der Mörtel-Injektion:
- Betonmontage: Hier wurde der zweikomponentige Injektionsmörtel direkt in das gereinigte Bohrloch eingebracht. Die Schüler übten das gleichmäßige Verfüllen ohne Lufteinschlüsse sowie das rechtzeitige Setzen der Ankerstange unter Beachtung der Verarbeitungs- und Aushärtezeiten.
- Ziegelmauerwerk: Bei Lochsteinen kam die Siebhülse zum Einsatz. Die Klasse lernte, wie die Hülse den Kleber gezielt im Hohlraum verteilt, um einen formschlüssigen „Mörtelpilz“ zu bilden, der die Last sicher verteilt.
- Fehlervermeidung: Die Referenten demonstrierten eindrucks-voll, was passiert, wenn die Mischdüse nicht korrekt genutzt wird oder der „Verwurf“ (die ersten Hübe Mörtel) nicht beachtet wird.
Technik und Dokumentation:
Ergänzend wurde das Setzen von Schlagdübeln und Betonschrauben im gerissenen Beton geübt. Mit dem Hilti Schlagschrauber samt Drehmomenteinstellung wurde das exakte Anzugsdrehmoment trainiert und die digitale Dokumentation für die Qualitätssicherung besprochen. Die Verschleißanzeige am Bohrer diente dabei als ständige Kontrolle, um bei Abnutzung sofort zu reagieren.
Durch diese detaillierten Übungen zur chemischen und mechanischen Befestigung sind die Schüler nun optimal auf die Herausforderungen der Gesellenprüfung vorbereitet.
Text: kai | Fotos: lif / kai
